Microsoft Teams, Mesh und die Zukunft virtueller Showrooms
Industrieunternehmen und B2BAnbieter stehen vor der Herausforderung, Produkte, Projekte und Schulungsinhalte zu präsentieren, ohne immer einen Messestand aufzubauen oder die Kunden an einen festen Ort zu binden. Virtuelle Showrooms und digitale Schulungsräume ergänzen heute die klassische Messe oder das PräsenzMeeting: Sie lassen sich ortsunabhängig betreiben, sparen Reisekosten und eröffnen neue Möglichkeiten für interaktive Produktpräsentationen.
Gleichzeitig bleibt der persönliche Kontakt unverzichtbar – mehrbenutzerfähige digitale Räume erlauben als Alternative zu präsentationslastigen Webinaren eine interaktivere Auseinandersetzung mit komplexen Produktwelten. Gleichzeitig unterstützen sie den gegenseitigen Austausch, so dass Vertriebs- oder Schulungspersonal die Besucher durch die Inhalte führen und individuell auf die Kundenwünsche eingehen können. Mehrbenutzerfähige virtuelle Räume dienen so als sinnvolle Ergänzung zum VorOrtErlebnis und als Bindeglied zur eigenständig explorierbaren, interaktiven Showroom-Installation auf einer Webseite.
Mit Microsoft Mesh hat der Softwarehersteller Microsoft in den letzten Jahren eine Plattform geschaffen, die immersive 3D‑Erlebnisse in den Arbeitsalltag bringen sollte. Mesh ermöglicht es, sich als Avatar in einem virtuellen Raum zu bewegen und gemeinsam mit Kolleg:innen oder Kund:innen zu interagieren. Die zusätzlichen Hürden mit der Installation weiterer Anwendungen auf den verschiedenen Endgeräten (Desktop, SmartPhones und VR-Brillen) waren unter anderem jedoch zu hoch, um für eine breitere Akzeptanz zu führen. Microsoft wird diese Plattform daher weiterentwickeln und mit Microsoft Teams stärker integrieren: Ab 1. Dezember 2025 stellt das Unternehmen die separate Mesh‑App sowie den „Immersive space (3D) view“ in Teams ein. Damit verschwinden die speziellen Mesh‑Clients für PC und Quest‑Headsets; stattdessen investiert Microsoft in Immersive Ereignisse (Immersive Events) direkt in Teams.
Microsoft Mesh: Präsenzgefühl in 3D
Microsoft Mesh ist eine Technologie, die darauf ausgelegt ist, die Zusammenarbeit in verteilten Teams realistischer zu gestalten. Mesh‑Räume vermitteln ein Gefühl der
Mit‑Anwesenheit (copresence): Mehrere Personen können sich gleichzeitig in einem 3D‑Raum bewegen und sich somit jederzeit über die aktuelle Aufmerksamkeit der anderen Teilnehmenden ein Bild machen, als wären sie zusammen im gleichen Raum. Das führt nicht nur zu einem besseren Situationsbewusstsein im Vergleich zu einem Webinar, auch das Turn-Taking-Verhalten, also die direkte Kommunikation, wird viel flüssiger. Mesh‑Meetings lassen sich mit verschiedenen Geräten besuchen – vom PC über den Mac bis zum Meta‑Quest‑Headset.
Abbildung 2: Bislang sind die Treffen in Microsoft Mesh auf 16 Teilnehmende beschränkt, mit der Umstellung auf Immersive Ereignisse in Teams wird diese Schranke auf 300 Teilnehmende angehoben.
Die Mesh‑Plattform unterstützt Avatare mit individuellen Gesten, Kleidung und Mimik. In den virtuellen Räumen lassen sich mehrere Diskussionen parallel führen; Spatial Audio sorgt dafür, dass Gespräche sich natürlich anfühlen. Für Unternehmen bedeutet das: Produktpräsentationen, Schulungen oder Onboarding‑Veranstaltungen können ortsunabhängig, interaktiv und zielgruppenorientiert stattfinden.
Übergang zu Immersive Events in Microsoft Teams
Im Zuge der Weiterentwicklung wird Microsoft Mesh stärker in Teams integriert. Ab 1. Dezember 2025 entfällt die „Immersive space (3D)“‑Ansicht in Teams sowie die separate Mesh‑Website; diese Funktionen werden durch Immersive Ereignisse ersetzt. Gleichzeitig wird das Mesh Toolkit – das Entwicklungswerkzeug für eigene Mesh‑Umgebungen – seit 24. Juni 2025 nicht mehr weitergeführt; neue Umgebungen können nicht mehr mit dem Toolkit veröffentlicht werden. Microsoft setzt stattdessen auf einen in Teams integrierten No‑Code‑Editor, der es ermöglicht, 3D‑Räume per Drag‑and‑Drop zu gestalten und mit Markeninhalten oder interaktiven Objekten zu versehen.
Die neuen Immersiven Ereignisse ermöglichen es, komplette Veranstaltungen direkt aus dem Teams‑Kalender zu planen, Teilnehmer einzuladen und den 3D‑Raum ohne spezielle Software zu betreten. Im Vergleich zu Microsoft Mesh können dabei deutlich mehr Personen eingeladen werden (bis zu 300 im Gegensatz zu bislang 16) und der Übergang zwischen der normalen Teams-Anwendung und der 3D Version ist deutlich einfacher. Die Immersiven Ereignisse laufen auf Windows‑ und Mac‑Rechnern – VR‑Headsets sind optional – und bieten Funktionen wie:
- Einfaches Scheduling: Organisator:innen können immersive Events im Teams‑ oder Outlook‑Kalender anlegen und verwalten.
- Schnelles Beitreten: Teilnehmer treten über einen Teams‑Link oder den Outlook‑Kalender bei; separate Logins entfallen.
- No‑Code‑Personalisierung: 3D‑Räume lassen sich ohne Programmierkenntnisse gestalten – Logos, Bilder, Videos und 3D‑Objekte können eingefügt werden.
- Sichere Infrastruktur: Immersive Events nutzen die Sicherheits‑ und Datenschutzfunktionen von Microsoft 365.
Für Unternehmen, die bisher Mesh genutzt haben, bedeutet die Umstellung, dass bestehende Umgebungen weiter funktionieren, aber nicht mehr mit dem Mesh Toolkit bearbeitet werden können. Es empfiehlt sich deshalb, frühzeitig auf die No‑Code‑Tools umzusteigen und neue Räume als Immersive Ereignisse zu planen.
Ausblick: Wohin entwickelt sich Mesh und MS Teams?
Die Entwicklung deutet auf eine stärkere Verschmelzung von virtuellen und realen Räumen hin. Microsoft plant, Immersive Ereignisse weiter auszubauen und eng in das Microsoft‑365‑Ökosystem einzubetten. Künftig könnten Unternehmen:
- Interaktive 3D‑Showrooms direkt in Teams erstellen, die Produktpräsentationen, Onboarding und Schulungen ermöglichen und dabei via VR‑Headset oder Desktop besucht werden.
- KI‑getriebene Auswertung der Besucherinteraktionen nutzen, um zu verstehen, welche Produkte oder Bereiche besonders interessieren, und so Marketing und Vertrieb gezielt verbessern.
- Holografische und Mixed‑Reality‑Geräte wie Hololens oder Meta Quest integrativ einsetzen, um virtuelle Modelle dreidimensional zu betrachten und gemeinsam zu bearbeiten – etwa in der Architektur, im Maschinenbau oder bei der Fernwartung.
- Hybride Events veranstalten, bei denen Kund:innen sowohl vor Ort als auch virtuell teilnehmen können. Die virtuelle Komponente ersetzt nicht den persönlichen Kontakt, sondern ergänzt ihn; Unternehmen sparen Reisekosten und erweitern gleichzeitig ihre Reichweite.
Gleichzeitig bleibt der Datenschutz ein wichtiges Thema: Nur mit klaren Sicherheitsrichtlinien und der richtigen Lizenzstruktur (Teams Premium) können Immersive Ereignisse sicher und compliance‑gerecht durchgeführt werden.
Unser Fazit
Die Kombination aus Microsoft Teams, Mesh/Immersive Ereignisse und fortschrittlicher KI ebnet den Weg für digitale Showrooms und virtuelle Schulungen, die weit über einfache Videokonferenzen hinausgehen. Für B2B‑Unternehmen bedeutet das:
- Produkte und Maschinen lassen sich realitätsnah in 3D präsentieren und mit Kunden weltweit besprechen – ohne physische Limitierungen.
- Schulungen werden interaktiver, da Mitarbeitende oder Partner virtuelle Objekte nahezu wie echte Gegenstände erleben können.
- Durch die enge Integration in Teams lassen sich diese Erlebnisse einfach planen, verwalten und sicher durchführen.
- Virtuelle Showrooms ergänzen den persönlichen Kontakt, anstatt ihn zu ersetzen: Der hybride Ansatz ermöglicht, sowohl vor Ort als auch online die bestmögliche Kundenerfahrung zu bieten.
Unternehmen, die frühzeitig auf Immersive Ereignisse setzen und gleichzeitig in Präsenz‑Interaktionen investieren, können ihre Reichweite erhöhen, Kosten reduzieren und sich als innovativer Partner in der Industrie positionieren.
Wie können wir Sie dabei unterstützen?
Zum einen kann man am Beispiel Microsoft Mesh und Immersive Events sehr schön sehen, dass diese Technologien zurecht immer stärker in unsere Berufswelt Einzug erhalten werden. Gleichzeitig bedeutet es jedoch für viele, dass es relativ abrupte Technologiewechsel geben kann. Es bestehen Risiken, was die Verfügbarkeit der Technologien und die Aufwände für die Umstellung der Inhalte angeht. Bei Raumtänzer ist es uns daher wichtig, dass Sie Ihre 3D Inhalte auf dem bestmöglichen Weg in Szene setzen können und an möglichst vielen Kontaktpunkten mit Ihren Kunden.
Mit unseren eigenen 3D Werkzeugen für Virtuelle Showrooms und interaktive 3D Darstellungen im Web bieten wir unabhängige Lösungen als Alternativen, auch für Einbettungen in Webseiten und andere Medien. Gleichzeitig ermöglichen es Ihnen unsere Werkzeug-Pipelines, wie etwa das 3D CMS, die einmal erstellten Inhalte auch für andere Plattformen, zum Beispiel für Immersive Events in Teams, auszuspielen und in Einsatz zu bringen. Sie müssen sich also nicht mehr individuell dafür entscheiden, Ihre 3D Modelle für eine bestimmte Plattform aufzuarbeiten, sondern nur, in welcher Qualitätsstufe und mit welchen weiteren Inhalten Sie Ihre 3D Modelle aufbereitet und annotiert haben möchten. Danach können Sie dynamisch mit den neuesten Entwicklungen mitgehen und die Vorteile der vielen aktuellen, wie zukünftigen Nutzungsmöglichkeiten von immersiven Produkterlebnissen nutzen.
Weiterführende Links:
- Blogbeitrag „Immersive Events in Microsoft Reams, …“: Immersive events in Microsoft Teams, a new way to host interactive and engaging virtual events | Microsoft Community Hub
- Erste Schritte mit Immersiven Ereignissen in Microsoft Teams: Erste Schritte mit immersiven Ereignissen in Microsoft Teams – Microsoft-Support
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Ihr Ansprechpartner für den virtuellen Showroom
Christian Terhechte
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